The Survivors

Kurz nach Elvis‘ Tod erscheint von SUN ein neues Jerry Lee Lewis-Album: Duetts. Viele Fachleute rätseln, ob Elvis gemeinsam mit Jerry Lee einige Lieder im SUN-Studio Memphis/Tenn. eingespielt hat.

Beim TV-Weihnachtsspecial von Johnny Cash gedenken die einstigen Labelkollegen Jerry Lee und Carl Perkins (The Survivors) des bekanntesten, erfolgreichsten und beliebtesten Künstlers aller Zeiten.
Eine andere erfolgreiche Symbiose von All-Stars zu einer Country-Supergruppe sind die Highwaymen – Cashs letztes Projekt (3 Alben ab 1985) für die Plattenfirma Columbia nach fast 30 Jahren Zusammenarbeit.

Nach dem Motto „vier zum Preis von einem“ ist das Projekt der vier Countryhaudegen Johnny Cash, Waylon Jennings, Willie Nelson und Kris Kristoffersen – der seinen Durchbruch Johnny Cash verdankt – sehr erfolgreich. Mit dem Album Highwayman und dem gleichnamigen Titelsong erreicht Cash das erste Mal seit mehr als 10 Jahren wieder Platz 1 der Country-Charts.


1986 kommt es sogar im ehemaligen SUN-Studio zum ,Klassentreffen‘ der einstigen Labelkollegen Johnny Cash, Jerry Lee Lewis, Carl Perkins und Roy Orbison, aus dem das Album Class of 55 – Memphis Homecoming resultiert, ein müder, überproduzierter Aufguss, der viele Fans enttäuscht. Kurz darauf wird das berühmte kleine Tonstudio zur Touristenattraktion, fünf Jahre nach der Eröffnung von Graceland. Elvis’ 23-Zimmer-Villa in Memphis ist mittlerweile das zweitbekannteste Haus der USA nach dem Weißen Haus. Mit durchschnittlich 500.000 verkauften Eintrittskarten pro Jahr hat Amerika seit 1982 ein neues Pilgerziel, welches seinen Höhepunkt jährlich zur Elvis Tribute Week anlässlich des Todestages erlebt.

Ab 1984 kann auch Elvis’ Flugzeug Lisa Marie in Graceland besichtigt werden. Das Elvis-Töchterchen selbst macht 10 Jahre später von sich reden, als sie nach gut 100 Tagen Ehe mit dem kieksenden Zappelphillip Michael Jackson die Scheidung einreicht.
In Deutschland erscheint 1988 eine Elvis-Briefmarke – vier Jahre früher als in den USA, wo die Briefmarke mit einer Auflage von 500 Millionen Stück zur meistverkauften Marke wird.
Shakin’ Stevens, der zu diesem Zeitpunkt 
beliebtester Künstler in der BRAVO ist, verdankt seinen Ruhm der Rolle als Elvis-Imitator in einem englischen Musical über den King.

Wie kam der Rock zum Roll?

1954
Der Rock’n’Roll gibt ein lärmendes Debüt: Shake, rattle & roll ist der erste nationale Rock’n’Roll-Hit für Bill Haley & his Comets. Kurz zuvor erscheint Rock around the clock, wobei dieser Song seinen kometenhaften Aufstieg erst 1955 erlebt. Im Sommer nimmt Elvis seine 1. Single auf.

1955
Chuck Berry (Maybellene), Little Richard (Tutti frutti), Carl Perkins (Turn around) und Johnny Cash (Cry, cry, cry) bringen ihre ersten Singles heraus. Neben der Musik erscheinen auch die ersten Filme für/über Jugendliche: „Saat der Gewalt“ und „Außer Rand und Band“ oder „Denn sie wissen nicht, was sie tun…“.

1956
Elvis explodiert und löst eine Massenhysterie aus. Neue Rock’n’Roller und Songs schießen wie Pilze aus der Erde: Carl Perkins – Blue suede shoes, Roy Orbison – Ooby dooby, Gene Vincent – Be bop a lula, Bill Haley – Rip it up, Johnny Cash – Get rhthym, Webb Pierce – Teenage boogie, Eddie Cochran – 20 flight rock, Fats Domino – Blueberry Hill, Little Richard – Ready teddy. Zeitgleich formiert sich die Gegnerschaft. Bill Haley versucht im nächsten Film zu schlichten: Don’t knock the rock.

Und die neue Musikrichtung schwappt auch nach Deutschland über: der erste Hit von Peter Kraus heißt Tutti Frutti. Der 80-jährige Kanzler Adenauer ist entsetzt.

1957
Rock’n’Roll wird zur Flutwelle und ist überall in den Charts vertreten. Jerry Lee Lewis, Buddy Holly, die Everly Brothers, Ricky Nelson, Bob Luman, Big Bopper, Conway Twitty, Wanda Jackson, Brenda Lee …
Die Jukeboxes füllen sich mit Titeln wie I‘m walkin‘, Lucille, At the hop, Boni Maronie, Oh boy, Not fade away, Reelin‘ and rockin‘, Big river, C.C. Rider, Stood up, Black slacks…

Die Blütezeit des Rock’n’Roll

Die Blüte, die wilde Zeit des Rock’n’Roll war von 1956 – 1958. Die neue Musikrichtung „explodiert“ regelrecht, und landesweit wächst die Zahl der Künstler, denen althergebrachter Country zu zahm erscheint. Deshalb vermischen sie ihn immer stärker mit den schwarzen Elementen des Rhythm & Blues.