Highschool-Rock’n’Roll

Während es in Deutschland brodelt, entspannt sich die Lage in Amerika…
Der Druck der Öffentlichkeit und religiöser Organisationen sowie staatliches Eingreifen begrenzt oder entfernt den 
Rock ’n‘ Roll zunächst aus den Medien und führt dann Ende der 50iger Jahre zu dessen allgemeiner Ächtung. Dieser Entwicklung beugen sich zahlreiche junge Stars oder ziehen sich gar komplett aus dem Musikgeschäft zurück. Viele versuchen, durch extrem angepasstes Verhalten den erneuten Zugang zu den Massen und kommerziellen Erfolg zu erreichen. So wendet sich Little Richard Ende `57 (letzte Single: Good Golly Miss Molly) in der Überzeugung, Rock ’n‘ Roll wäre vom Teufel gemacht, dem Studium der Theologie zu. Er deutete das Verglühen der russischen Raumsonde Sputnik als Wink des Schicksals und zieht fortan als Prediger durch die Lande.


In der zweiten Jahreshälfte 1958 hat der Drei-Akkorde-Wahnsinn an Bedrohungspotenzial verloren; es beginnt die große Zeit des Highschool-Rock’n’Roll. Eine große Anzahl junger, glatt gestylter Künstler singt fortan zumeist Balladen, die speziell für das weibliche Teenager-Klientel ausgesucht werden. Für gutaussehende Jungs wie Paul Anka (Lonely boy), Bobby Darin (Dream lover), Ricky Nelson (Poor little fool), Conway Twitty (It’s only make believe) und Dion & the Belmonts (Teenager in love) schlagen nun die Herzen höher.