They called us Rockabillies

Vom King of Rockabilly zum King of Country: Im selben Geburtsjahr 1932 wie Carl Perkins wuchs zehn Meilen entfernt ein weiterer künftiger Star auf – ein Interpret, der Country und Rockabilly auf seine Weise verband (ganz anders als der Nashville-Sound): Johnny Cash (*26.2.32 – 12.9.2003), the man in black, der Prototyp des harten, kompromisslosen Countryrockers.


Am 3.7.54 beendete Johnny Cash seinen Wehrdienst – nach vier miserablen Jahren, wie er selber sagte. (Ein Tag später wurde Deutschland WM-Sieger mit einem 3:2 gegen Ungarn). Er war in Landsberg stationiert, wo 1951 die letzten Todesurteile gegen Naziverbrecher vollstreckt wurden. Nach seiner Rückkehr in die USA jobbte Johnny Cash als Versicherungsvertreter und Staubsaugerverkäufer; war damit aber nicht sonderlich erfolgreich, da er die meiste Zeit im Auto saß, um Radio zu hören. Knapp vier Wochen nach seinem 23. Geburtstag, am 22.3.55, war es endlich soweit, und Johnny Cash erhielt eine Audienz bei Sam Phillips. Er bettelte förmlich, um vorspielen zu dürfen, und entschuldigte sich bei Sam Phillips für seine ‚einfachen’ Musiker (Luther Perkins und Marshall Grant), die aber für ihren unverwechselbaren Boom-chicka-boom-Rhythmus 1957 als `best new instrumental group’ ausgezeichnet wurden. Am 21.6.55 erschien die erste Single: Hey! Porter/Cry, cry, cry.

Während andere Gitarristen hungrig auf das Solo warten, hatte man bei Luther Perkins den Eindruck, er verschläft es. Der Minimalist: „Was du auf der Gitarre suchst, hab ich schon längst gefunden.“

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