Rhythm ’n‘ blues – Country & Western

Eine interessante Entwicklung förderte dann die weitere Entwicklung des Rock’n’Roll: Eine Wirtschaftkrise in den USA war es, die viele Big Band-Leader zwang, auf kleinere Combos umzusteigen; Tourneen mit großer Besetzung wurden zu kostspielig. 
Betroffen war auch Johnny Otis, der sich Ende der 40er Jahre vom Jazz zu einer Musik wandte, die zwar schon Rock’n’Roll war, aber nicht so hieß. Vielmehr nannte man sie Rhythm & Blues; die verbotene, die schwarze Seite des Rock’n’Roll. Johnny Otis landete 1957 seine erste (und einzige) Hit-Single mit Willie and the hand jive.

Wie der Rhythm & Blues spielte auch die Countrymusik eine Schlüsselrolle bei der Geburt des Rock’n’Roll, die weiße Seite des Rock’n’Roll. Und wer Country sagt, muss auch Western sagen. Hollywood verhalf der Western Music durch die Darsteller (Singin’ cowboys) zum endgültigen Durchbruch. Sogar John Wayne hat in einigen seiner frühen Filme gesungen bzw. so getan – in Wirklichkeit liehen ihm richtige Sänger ihre Stimme.


Kein Instrument verbindet die beiden Stilrichtungen Rhythm & Blues und Country & Western mehr als das Piano. Hier vereinen sich harmonisch schwarze und weiße Tasten. Eine schwarze Spielart des Rhythm & Blues war der Boogie Woogie. Das Tempo ist im Vergleich zum Blues erheblich höher und erfordert einige technische Fähigkeiten. Der Rhythmus wird bei diesem Solo-Klavierstil durch den rollenden Bass der linken Hand geprägt. Diesen stampfenden Beat nutzte später auch Jerry Lee Lewis (mit seinem „pumpin’ piano“). Jerry Lee hatte seine eigene Definition zur Entstehung des Rock & Roll: „They called it blues. They called it Boogie Woogie. Then they changed the name of it to Rock and Roll.“

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